Tag und Nacht

Laute Stimmen, leises Gemurmel
Rufe durch den Raum
Ein hitziges Gefecht mit Worten
Und ich mittendrin

Meine Gedanken spazieren durch den Park
genießen die Freiheit
die frische Luft
die Natur

Doch mein Körper ist gefangen
zwischen Menschen
ihren schnell gewechselten Worten
fühlt sich klein und leer an
und kann nicht fliehen

Tara Bräuer (15 Jahre alt)
aus Kunst + Literatur 2018 – Tag und Nacht
Literaturwerkstatt Cottbus

Erinnerungen an die Stille

Grillen zirpen
Mistkäfer suchen Mist
Ameisen arbeiten fleißig
Schmetterlinge fliegen im Wind
So eine schöne Atmosphäre
Brennesseln brennen
Zitronenfalter falten Zitronen
Grillen grillen Würste
So viele erinnern sich
erinnern sich bestimmt
An faltende Zitronenfalter
An fleißige Ameisen
An grillende Grillen

Lotta Bräuer (10 Jahre alt)
aus Anthologie der Sommerwerke 2017
Literaturwerkstatt Cottbus

Technik – Poesie – Naturkreislauf

Als Gast und Lesende war ich eingeladen zur 1. Tagung des Mironde Verlages am 9. September 2017 in das Hotel Lay-Haus in Limbach-Oberfrohna.

Das spannende Motto lautete »Technik – Poesie – Naturkreislauf«
Eingeladen waren Autoren und Freunde des Verlages.
(mehr dazu hier)

Eine Fülle von Themen wurde bewegt, eingebettet in einen sehr angenehmen Rahmen.

Wolfgang E. Herbst sagte:
Die Wahrheit
hat keine Eigenschaften
alles was ist
ist ein Teil von ihr.

Wenn sich alles immer weiter verkompliziert,
ist die Suche nach einem gemeinsamen Nenner vielleicht ein Ausweg.
Für mich war es das Wort „Kreislauf“.
Allen Kreisläufen liegt etwas zugrunde, das man miteinander vergleichen kann.
Jeder ist in einen Kreislauf eingebunden und kann an seiner Stelle Einfluss nehmen.
Sich dabei an der Liebe und an den Tugenden zu orientieren führt zu Lösungen,
die nicht automatisch so unmenschlich sind, wie viele Lösungsansätze momentan.

Könnten wir durch Vereinfachung und miteinander zurück- und in die Fülle finden, die schon da ist und wartet?
Ist das Einfache und Bewährte vielleicht doch das Beste? fragte Ulrich Osberghaus.
Wie es das Märchen der Sterntaler beschreibt – könnten wir etwas für möglich und wirkend halten,
das über unser menschliches Machen hinausgeht, statt immer weiter dem Größenwahn zu verfallen,
dass jeder an seinem Platz voll und ganz selbst weiß/regelt/schafft, was er zu erschaffen gedenkt?
Was geschehen kann, wird auch geschehen gab nämlich schon Herder zu bedenken.

Mein Lese-Beitrag stellte den Prozess einer seelische Gesundung dar,
einen Weg nach innen, der inneren Heilung,
indem das eigene gesunde Maß (wieder) gefunden und (wieder) gelebt wird.
Dieser Weg führt zurück in die Gemeinschaft. Ein gesundeter Kreislauf.

Nachzulesen in Auszügen im daraus hervorgegangenen 1. Jahrbuch des Mironde Verlages: Technik + Poesie. Innokonservatives Jahrbuch 1, 

erstmals vorgestellt auf der Buchwien 2017

und in meinem neuen Buch (coming soon…).