Wenn immer einer spinnt
hier beginnt
das Netz sich zu lösen
wir fallen frei
verlieren unsere Größen
und sind
Vaters Kind
(Niederalbertsdorf am 12.11.2014)
Wenn immer einer spinnt
hier beginnt
das Netz sich zu lösen
wir fallen frei
verlieren unsere Größen
und sind
Vaters Kind
(Niederalbertsdorf am 12.11.2014)
Mitten aus dem Arbeitsleben heraus agierten Uta und Wolfram Liebing: sie als Bibliothekarin, er als Bürgermeister. Mit einem kurzen Vortrag über die Geschichte der Wolkensteiner Bibliothek eröffeten sie den Abend. Die ist eng verknüpft mit der Biografie des Jacob Georg Bodemer, eines 1807 geborenen, in Zschopau wirkenden Unternehmers, der damals beträchtliche Summen seines Einkommens für die allseitige Entwicklung der Menschen zur Verfügung stellte – unter anderem durch Schenkungen von Büchern, die auch den Wolkensteinern zugute kamen. (Man findet mehr über Herrn Bodemers Leben und Wirken im Internet oder frage Uta Liebing.) Ebenso bemerkenswert hörte sich der Entwicklungsweg der Wolkensteiner Bibliothek an, seit über 30 Jahren unter Utas Leitung. Schon 2x ist die Bibliothek umgezogen. Seit 5 Jahren nun am besten Platz – mitten im Marktbereich und lebendiger denn je, denn es wachsen wieder junge Leser nach in Wolkenstein!
Nach einer kurzen Pause traten die Wolkensteiner Randerscheinungen ins Rampenlicht mit Texten und Tönen in gewohnter Weise, diesmal wieder verstärkt durch Ben Albrecht. Von ihm waren nicht nur Klänge, sondern erstmals auch eigene Lyriktexte zu hören. Berndt-Michael Rassenberg entführte das Publikum mit seinem Digderidoo in fremde Welten, Wolframs und Katrins Gedichte brachten sie zurück ins Erzgebirge, mal reizend, mal gereizt. Der schreibende Bürgermeister mit dem kleinsten Theater der Welt hatte die Lacher auf seiner Seite.
Ein Abend, so abwechslungsreich wie gemütlich.
Danke an Uta und Wolfram für ihre Stetigkeit!
“Ihr wart einzeln und gemeinsam großartig. Elia’s Einschätzung von einer Lehrstunde von ansprechender, interessanter Lyrik-Präsentation kann ich nur zustimmen” schrieb mir Uta Liebing – so übernehme ich diese Worte, statt ein Eigenlob zu formulieren.
Eine Bühne
ist eine Bühne
ist eine Bühne
Diese Bretter erklimmend, durften wir in einen sehr offenen Raum wachsen. Und wir haben das Angebot alle angenommen in gegenseitiger Inspiriation und VerDichtung, getragen von einem aufmerksamen Publikum, das unsere Zeilen noch lange im Munde führte. Fahrendes Volk saß darunter, Akteure der Theatergruppe Spielbrett e.V. aus Dresden, die im Sommer mit einem Planwagen und Rädern durchs Land ziehen und an diesem Wochenende gerade in Olbernhau proben. Mit ihnen traten wir nach der Lesung in einen regen Austausch von Gedankenwelten. Die besondere Atmosphäre des Abends lag über allem. Und Elia lächelte, zufrieden, was richtig Gutes angestiftet zu haben.
Ein 5-7-5 für WunderbunTd, Rio Reiser und Franziskus
Der Künstler leidet
und operiert am wunden
Punkt auf der Bühne
Erreicht seine Botschaft
ihn selbst?
(Danke, dass Ihr auch für uns zwei allein gespielt hättet)
Eine Hör-Kostprobe, freundlich zur Verfügung gestellt von WunderbunTd:
Die Wolkensteiner Randerscheinungen laden zu ihrer 5. Lesung ein.
Bitte auf die blaue Schrift klicken: Lesung_Randerscheinungen_08_11_2014
Es freuen sich auf ein gutgelauntes Publikum
Katrin Albrecht, Wolfram Liebing, Berndt-Michael Rassenberg und Ben Albrecht
Vor ziemlich langer Zeit bat mich meine Deutschlehrerin, zum Theater Annaberg Verbindung aufzunehmen. Mit der Klasse vom Fakultativunterricht in Deutsch wollten wir einmal eine Probe gemeinsam besuchen. Zusammen mit meinem Freund blieb ich dabei gewissermaßen im Theater hängen – junge Studenten waren da, die die Schneekönigin einstudierten, und wir beide kamen wieder und wieder als Zaungäste dazu. Die Schauspieler, die uns mittlerweile schon kannten, nahmen uns sogar mit zum Kaffee in ihre Kantine. Wir fieberten der ersten Aufführung entgegen – und waren so enttäuscht von der Atmosphäre im Saal. Viel zu kleine Kinder, in ganzen Gruppen als Zuschauer zwangsbeglückt, störten die Ruhe. Unser Team aber spielte gut, und wir hofften, dass ihnen dieser erste Auftritt unter schwierigen Bedingungen nicht den Mut nehmen würde, weiter zu machen.
Einem spontanen Entschluss folgend, besuchten wir heute nach viel zu langer Zeit wieder das Annaberger Theater. Wir liefen an gerade schließenden Geschäften vorbei – verkaufsoffener Sonntag – einer Premiere entgegen.
Don Camillo und Peppone – eine Komödie über das Leben.
Wir Menschen brauchen uns in Gemeinschaft und eine moralische Unterstützung als Rahmen, den man nicht erzwingen, einkaufen oder erkämpfen kann. Nicht die Kirche als Institution, aber das Mitgefühl in Person kam heute auf die Bühne.
Ab und zu muss jeder mal raus kommen aus seiner Nummer. Zu viele Kerzen werden einzeln angehimmelt, doch nur zusammen können sie die ganze Szene beleuchten – das war ein Wort zum Sonntag! Ich dachte an die Schneekönigin zurück – schien damals alles unbeschwert, mussten heute die Schauspieler mit uns erwachsen sein. Wir alle vermasselns regelmäßig. Stünden wir dazu, dann könnten wir wieder weiter spielen. Unterschiedliche Szenerien drückten das gekonnt aus. Und es war wieder laut im Saal – aber diesmal, weil das Publikum so lachte.
Eine sehr gelungene Premiere. Unglaublich sehenswert!
475. výročí kovárny rodiny Richter „Bergschmiede zu Ruppertus“
Schöne Schinderei
Viele Eisen in vielen Feuern –
Roland Richter wachte über alle.
Er arbeitete mit und schien ein Bad
in der Schmied-Menge zu nehmen.
Harry Kellmann fand trotz unermüdlichem Muskeleinsatz
noch die Kraft, Zuschauer anzulernen.
David Meloun hob die Schwerkraft auf –
gleich dem Rhythmus einer Musik
bewegte er sich, Material und Werkzeug,
alles wurde leicht.
Vermutlich leuchteten meine Augen
wie die Lichterketten unten im Dorf.
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Es war am 7. Oktober 1994, als Elia van Scirouvsky ein Jahr nach Erscheinen seines ersten Gedichtbandes “Gesänge der Finsternis” seine erste Lesung auf die Bühne im Theater Variabel brachte. Nun nach 20 Jahren wird es nicht wie damals eine wilde Leseperformance geben. Aber gemeinsam mit erzgebirgischen Wegbegleitern möchte der jetzt in Leipzig lebende Autor erneut auf seine erste Bühne steigen.
Eintritt: 8 Euro / erm. 6,50 Euro
Der Künstler ist das kleine Ufer
das kein Mensch je ganz erreicht
am Strom, der durch ihn fließt und
dieses Ufer abträgt
mit Applaus
Dieser Text ist Annett Illig gewidmet und den Künstlern und Mitwirkenden um sie gestern, zum 1. Hofkonzert im Lebenswerkstatthof in Mildenau – danke!