Tamme Hanken in Chemnitz

Zwischen Zwiebelduft und Meeresrauschen wird feierlich die friesische Flagge gehisst
in der kleinen Küche auf Rollen, die man bei Bedarf hinaus in die Sonne schieben kann (was für ein schöner Gedanke).

Tamme Hanken bricht sofort das Eis. Tief schaut er hinein in sein Publikum, winkt Einzelne zu sich auf die Bühne auf das Sofa von der Fohlenkoppel und erteilt zwischen Menschen- und Tiergeschichten Anschauungsunterricht der besonderen Art.

Hinter jedem Satz steht geballte Lebenserfahrung. Zwei hübsche Augen sehen ihn an – er sieht die große Sehnsucht darin und nimmt einen ganzen Saal mit hinein in dieses Gefühl.

Vom ersten Moment an wird spürbar, was er im Laufe des Abends selbst ausspricht:
„Wir müssen bei manchen nachhelfen, dass sie sich selber helfen.“

Eigentlich geht es um Pferde. Und doch um so viel mehr.
Die Tiere müssen ihre Menschen ertragen. Wie sich das aufeinander auswirkt, was es für Stilblüten treibt, und wie wertvoll und wichtig funktionierende Beziehungen sind, erläutert er mit klarer Sprache.

Ich gebe ein XXL für das große Herz des Knochenbrechers.

 

5 Jahre Stadtbibliothek am Markt – Herr Bodemer und die Randerscheinungen

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Mitten aus dem Arbeitsleben heraus agierten Uta und Wolfram Liebing: sie als Bibliothekarin, er als Bürgermeister. Mit einem kurzen Vortrag über die Geschichte der Wolkensteiner Bibliothek eröffeten sie den Abend. Die ist eng verknüpft mit der Biografie des Jacob Georg Bodemer, eines 1807 geborenen, in Zschopau wirkenden Unternehmers, der damals beträchtliche Summen seines Einkommens für die allseitige Entwicklung der Menschen zur Verfügung stellte – unter anderem durch Schenkungen von Büchern, die auch den Wolkensteinern zugute kamen. (Man findet mehr über Herrn Bodemers Leben und Wirken im Internet oder frage Uta Liebing.) Ebenso bemerkenswert hörte sich der Entwicklungsweg der Wolkensteiner Bibliothek an, seit über 30 Jahren unter Utas Leitung. Schon 2x ist die Bibliothek umgezogen. Seit 5 Jahren nun am besten Platz – mitten im Marktbereich und lebendiger denn je, denn es wachsen wieder junge Leser nach in Wolkenstein!

Nach einer kurzen Pause traten die Wolkensteiner Randerscheinungen ins Rampenlicht mit Texten und Tönen in gewohnter Weise, diesmal wieder verstärkt durch Ben Albrecht. Von ihm waren nicht nur Klänge, sondern erstmals auch eigene Lyriktexte zu hören. Berndt-Michael Rassenberg entführte das Publikum mit seinem Digderidoo in fremde Welten, Wolframs und Katrins Gedichte brachten sie zurück ins Erzgebirge, mal reizend, mal gereizt. Der schreibende Bürgermeister mit dem kleinsten Theater der Welt hatte die Lacher auf seiner Seite.

Ein Abend, so abwechslungsreich wie gemütlich.

Danke an Uta und Wolfram für ihre Stetigkeit!