Schreiben hilft

Es gibt immer wieder schwierige Zeiten im Leben. Jetzt trifft es uns global, wobei das Ausmaß sehr unterschiedlich ist und wir hier weiter auf hohem Niveau jammern. Aber trotzdem – auch in unserem Land geht es jetzt vielen in der plötzlichen Isolation nicht gut. Mir hat das Schreiben schon immer geholfen – beim ersten Liebeskummer, in Trauerprozessen oder in Umbrüchen – Zettel und Stift haben meinen vielen Fragen erst mal eine Anlaufstelle gegeben, wo sie zum Ausdruck kommen durften ohne sofort bewertet zu werden. Das Haiku-Schreiben war besonders wirksam, ich stelle es hier als vereinfachte „Katrin-Methode“ vor – und die funktioniert folgendermaßen:

insgesamt 17 Silben sind das Muss; möglichst auf 3 Zeilen verteilt in 5-7-5 Silben; die Gegenwart beschreiben, einfach wertungsfrei aufschreiben, was grad vor Augen ist und dazu dann im letzten Teil einen Kontrast setzen.

Ein Beispiel:

Der Hund jagt nach der

Katze, die flüchtet auf den

Baum. Der bleibt stehen.

Durch dieses banale Schreiben haben sich meine Sinne beruhigt, ich konnte mich ganz auf die Gegenwart einlassen. Es ist eine Übung, den Geist zu focussieren, statt in Sorgen und Selbstmitleid ohnmächtig ausgeliefert brachzuliegen.