Was ist eigentlich Seelsorge?

Seelsorge

 

Auf der Suche nach Sinn, Halt und Bestand stieß ich auf dieses Thema. Meldete mich zu einem Grundkurs für Seelsorger an, lernte, dass ich meine eignen Unzulänglichkeiten zugeben und akzeptieren kann, um von mir weg auf andere Menschen zu schauen. Nicht mehr nur um die zwei Fragen zu kreisen Was will der/die mir? Wie kann der/die mir nutzen? Stattdessen einfach wahrzunehmen was ist. Klingt unspektakulär, ist es auch. Aber zu sehr rumoren eigene Unsicherheiten, und schließlich ist da immer dieser Selbstverwirklichungsanspruch Wo bleibe denn ich?

Es gibt Probleme, Krisen, Nöte und Sorgen ohne Ende. Vieles ist offenkundig. Aber ebenso vieles spielt sich unter mühsam glatt gehaltenen Oberflächen ab. Wozu tun wir uns das an? In mir zog ein Frieden ein, wie ich ihn Jahre nicht erlebt hatte. Aller Krampf fiel ab, Dankbarkeit breitete sich aus. Ich lernte, dass es Werkzeuge gibt, wie man Menschen behilflich sein kann, wenn sie eine Begleitung wollen, um eine eigene Lösung zu erarbeiten. Die Seelsorge geht behutsam vor, steht zur Seite, hört zu, fühlt mit. Das mache ich schon mein ganzes Leben. Meine Hochsensibilität verhalf mir zu ungeahnten Einsichten, aber auch zu Überforderungen von mir – und meinem Umfeld! Denn ich war viel im selbsternannten Einsatz, ungefragt. Und wollte so manches Mal eigentlich nur mir selber helfen.

Wie oft manipulieren wir, belügen wir uns und leiden dann unter einem permanenten schlechten Gewissen. Das sind unsere Wohlstandssorgen, die in Friedenszeiten wie Unkraut gedeihen. Wohin mit all den Lasten, es kostet so viel Kraft, sie zu verbergen oder sich gegenseitig mitwissend klein zu halten. Auch dafür gibt es in der Seelsorge eine Lösung.

Und was ist nun Seelsorge? Die Antwort fällt vielleicht bei jedem etwas anders aus.
Ich möchte gar keine Definition abgeben, vielmehr neugierig machen, diesem Thema Aufmerksamkeit zu schenken als eine lohnende Idee, zu sich zu finden, um anderen geben zu können, was man als Befähigung/Begabung/Berufung in sich trägt, weil man endlich unbefangen, unvoreingenommen und frei sein kann. Aber auch getröstet sein gehört dazu. Sich aussöhnen mit Menschen, Situationen.

kunstundunrat_seelsorge

Wie auf dem Foto – ich kann mich anlehnen, Kraft tanken und dann aus dem Schatten heraustreten.

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